Teil eines Werkes 
8. Band, Thomas Thyrnau : 2. Theil (1855)
Entstehung
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Es iſt jedoch vorläufig nicht dieſer glänzende Schauplatz, wie Manches er auch für unſere ſpäteren Mittheilungen enthal⸗ ten mag, der unſere Aufmerkſamkeit feſſelt; wir bleiben zuerſt bei dem beſcheidneren Aufenthalte ſtehn, der den Vorfahren jener prachtliebenden Nachkommen für ihre Anſprüche ausrei⸗ chend ſchien.

Wie ſchon geſagt, fragte es ſich dabei nur um einen gro⸗ ßen Raum, der einen vielverſprechenden Heerd enthielt und in welchem die Tafeln Platz hatten, an denen der lebhaft erregte Appetit bei lauten Scherzen Befriedigung fand.

Dieſer Zweck zeigte ſich hier in einer merkwürdigen Aus⸗ dehnung erreicht, und wie wenig auch die damaligen Herren nachftagten, wie dies alte Haus, von wem und zu welchem Zwecke es erbaut ſein möchte? zufrieden, daß es da war und ſich ausreichend erwies, der ſpätere Beobachter, welcher der grauen Vorzeit nur noch als grübelnder Forſcher angehörte, mußte voll Erſtaunen nachfragen, zu welcher Zeit und welchem Dienſte geweiht, es entſtanden ſein konnte.

Es gab hierüber ſo viel Meinungen als Forſcher. Alle kamen aber darin überein, daß es einer vorchriſtlichen Zeit ſeine Entſtehung danke. Eben ſo trat es hervor, daß es ſpäter ſeine Beſtimmung geändert habe. Es wollten ſich Konſtruktionen zeigen, die nach und nach hinzugefügt, allen Scharffinn ver⸗ wirrten, denn während immer der letzte Beſitzer die Anſprüche und Einrichtungen des Vorgängers wenig beachtet, oder ſie noch weniger verſtanden hatte, waren neben und durch einander die ſeltſamſten ſich widerſprechendſten Motive gehäuft, und da keine ſchriftliche Urkunden vorhanden waren, wäre es nöthig geweſen, daß die alten Mauern ſelbſt die Kronik ihres Daſeins und der Veränderungen, welche ſie erleiden mußten, er⸗ zählt hätten, denn ihre Forſcher ſcheiterten an unlösbaren Problemen.