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goſſen, der ihnen zwar die Farbenpracht raubt, aber ihre For⸗ men an Rundung und Fülle zu verſchönern ſcheint. Sie wen⸗ deten ſich rechts nach der Abendſeite des Schloſſes, wo die Blumengärten lagen, die nur durch einen Kiesweg und ein kleines Baſſin von den Zimmern getrennt waren, die hier hin⸗ aus ihre Fenſterthüren öffneten. Der Baumwuchs, der den übrigen Garten ſehr ſchattig machte, trat hier zurück und ſchützte nur in gemeſſener Entfernung die kleineren Sträuche und die Blumenparterre's gegen den Wind. Dieſe Zimmer hatten die ſchönſte Luft und wurden für die geſundeſten des Hauſes gehal⸗ ten. Die beiden Kabinette, in denen die armen Kinder ihre Schlafſtätten gefunden, lagen neben einander; durch eine Thür im Innern verbunden, hatte jedes nach dem Blumengarten noch
eine Flügelthür, die mit ihren Scheiben dem Zimmer Licht gab.
Beide waren auf gleiche Weiſe in feinem Holze getäfelt und durch zierliche Vergoldungen verſchönt. Alle Meubles waren in der⸗ ſelben Art wie die Wände; einfach für die Anſicht der gewohn⸗ ten Ausſtattung, glänzend für die Lage, der die Kinder ſo eben erſt entrückt waren.
Beide waren nach einem behaglichen Bade zuerſt in die Kleider gehüllt worden, die ihnen nun zugetheilt werden ſoll⸗
ten, und es war das feine Gefühl der Fürſtin zu erkennen, daß
die erſte Veränderung darin in dem ſchmuckloſen, blendend⸗ weißen Nachtkleide beſtand, welches die ſchönen Geſtalten wie Engelsgewänder von den Schultern an in weiten Falten ver⸗ hüllte. Man trat vom Garten aus zuerſt in die geöffnete Thür, die nach Hedwiga's Zimmer führte, welches dicht neben dem Schlafgemach der Fürſtin lag. Im Hintergrunde ſtand das kleine Bett, von dem die Vorhänge weit aufgeſchlagen waren; der Mond erhellte die duftenden Blumenbeete vor dem Zimmer mit ſeinem klaren Licht, und der Widerſchein beleuchtete das ſchöne Kind. Die warme Nacht und der Schlaf nach dem


