Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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ſich hier auch befeſtigen. Vertrauen Sie dem Gefühl von Glück, welches das ſchönſte Belebungsvermögen der phyſiſchen Natur iſt. Es ſcheint mir, ich bin ſchon geſund; es glüht ſchon neue Lebenskraft in meinen Adern! Komme ich mir doch faſt jünger und hübſcher vor, ſeit ich mich als Ihre Braut ſchmücke.

Lacy küßte entzückt ihre ihm zärtlich dargereichte Hand. Geſtatten Sie mir nur, theurer Lacy, fuhr ſie fortdie Mäßigung auch öffentlich darzulegen, mit der ich mich ſchüchtern einem für mein Alter ſo ungewöhnlichem Verhältniſſe nahe. Sie würden mit Ihrer Jugend Ihrer alten Freundin keine Ent⸗ ſchuldigung ſein ja, man würde eben von mir das fordern, was man Ihnen billig zu Gute halten müßte.

Ich will Ihnen nicht länger widerſtehn, ſagte Lacy Sie ſind mir ſelbſt da, wo ich anders empfinde, doch in allen Ihren Gefühlen heilig. Ich will Sie ſogar nicht ſtören, wenn Sie fortfahren, mich immer an Ihr Alter zu erinnern, denn es hat für mich ſo gar nichts Störendes, es iſt mir ein ſo ver⸗ trauter lieber Gedanke, daß ich gern zuhöre, wenn Sie ihn noch in alle ihre Beſchlüſſe verweben, ſicher genug, daß Sie ihn zu⸗ letzt wie ich ſelbſt vergeſſen werden.

Gertraud erſchien jetzt mit vielen Knixen und machte der Fürſtin eine Meldung.Kommen Sie, meine Herren, ſagte ſie jetztSie ſollen ſehen, wo meine kleinen Zöglinge ihren erſten Schlaf unter dem neuen Dache halten. Gertraud meldet mir, daß ſie jetzt Beide in tiefem Schlummer liegen.

Die Herren folgten der Fürſtin über die Terraſſe, um von Außen die Zimmer der Kinder zu erreichen, die nach Innen nur durch die Schlafzimmer der Fürſtin und der alten Kammer⸗ frau einen Eingang hatten.

Es war die ſchönſte Sommernacht. Der Mond war eben aufgegangen; Die Baumpartieen des Gartens traten aus der duntlen Maſſe hervor und waren mit dem ſanften Glanz über⸗