Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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ſignation für mich, die Hoffnung für Euer Beider Glück an dieſes Wiederſehn.

Nun dieſe Probe hätte ich alſo, ahnungslos daß ich ihr unterworfen war, beſtanden? rief Lacy lachend.

Das kann ich kaum ſagen, entgegnete die Fürſtin, ebenfalls lächelnddenn Sie wiſſen am Beſten, wie bald der geſellige Verkehr dieſes Hauſes durch die wachſende Krank⸗ heit meines Vaters unterbrochen werden mußte und ſo ward Ihnen die holde Verſucherin auch entzogen. Sie hatten nun Zeit, fern von jeder Vergleichung mit Schöneren und Beſſeren, die arme bleiche Claudia zu bemerken, die feſt beſchloſſen hatte, ſo wenig wie möglich Ihre Aufmerkſamkeit zu feſſeln.

Ach, Claudia, ſagte der Grafohne daß Sie es wollen, geben Sie da unſerm Glück die ſchönſte Beſtätigung. Der Himmel ſelbſt ſchirmte uns und ließ mich einer Verführung aus dem Wege gehn, die mir vielleicht eine glänzendere, aber immer ſehr zweifelhafte Zukunft gegeben; denn ich bin offen ge⸗ nug, zu geſtehen, daß ein Mann mit freiem Herzen und der Gelegenheit, die Prinzeſſin öfter zu ſehn, in große Gefahr kommen kann. Außerdem iſt grade etwas von dem Sinn in mir, den Sie für nöthig halten; ich könnte mit Intereſſe und Liebe, ein ſo edel organiſirtes Weſen von ihren Irrungen zu⸗ rück zu führen, für einen ſchönen Lebensberuf anſehn.

Ach, ſagte Claudiawenn Ihr liebenswürdiger Eigenſinn Sie nun daran vorüber geführt hat und Sie kein Gefühl der Art mehr zu verſchenken haben, warum können wir Beide durch die gleich ſchöne Kraft der Freundſchaft nicht noch für die theure Verirrte wirken? Im Ganzen haben Männer auf meine Couſine größeren Einfluß als Frauen. Bemühen Sie

ſich um die Freundſchaft des verirrten Weſens, theurer Lacy, und dann wollen wir ihr vereint zu Hülfe kommen. Vielleicht gelingt uns noch Manches.