Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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Moder zu beſchützen! Da findet Ihr Euch überall auf Euren Wegen und das Wort, was das Eine ſchützt, hilft das Andere erhalten. Ihr ſeid ſchlau, Ihr ſeid es Euch bewußt, daß es ſo iſt, wenn man Jene oft zum Lachen getäuſcht ſieht, indem ſie Euch nichts nachzugeben hoffen und doch daſſelbe Prinzip vertheidigen, unter dem Ihr gedeiht. Ihr ſeid eben ſo ſchlechte Unterthanen, als Ariſtokraten. Euer Landesherr ſitzt nicht hier er droht Euch jenſeit der Berge mit dem Krummſtabe und Jene bezweifeln das reine Blut ihres Landesherrn, wenn er es wagt, gegen ihre alten Vorrechte zu verſtoßen, ja! Widerſpruch und Hinderniſſe aller Art wird er finden, wenn er es unter⸗ nimmt, Reformen zu beſchließen, die eine allgemeine Begün⸗ ſtigung beabſichtigen.

Wem macht die liebe Prinzeſſin dieſe Vorwürfe und nach welcher eben erlebten Epoche? ſagte Georg Prey, dem ſie ihre Worte zuwandte.Stand nicht der ganze Adel in Waffen und brachte Gut und Blut ſeiner Kaiſerin dar, als ihre Rechte angegriffen wurden? Hat er ſie verlaſſen, oder Hinderniſſe erregt, als ſie von ſeiner muthigen Hülfe die Mitwirkung begehrte?

Erſtlich, fuhr die unerbittliche Prinzeſſin fortwar das eine Lebensfrage für Alles, was öſterreichiſch hieß zwei⸗ tens wird es einem deutſchen Edelmanne nie an Muth fehlen drittens war eine ſolche Epoche recht eigentlich Ihr Element! Denn dieſe materielle Treue gegen ihren Herrſcher, das iſt das, womit ſie zugleich ihre alten Vorrechte vertheidigen, und von ſolcher Zeit erwarten ſie gerade hinterher ein neues Anrecht, oder vollkommene Beſtätigung des Alten.

Sie hatte ſich bei dieſem letzten Satze dem alten Herrn ſo vor die Augen geſetzt, daß dieſer, von ihrer Schönheit verlegen gemacht, zur Seite blickte und einiges entgegen murmelte, was ſchwer zu verſtehen war.*