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ſich, wie eben jetzt wieder unſere Kaiſerin, über den ganzen Troß erheben können und die einſame Bahn ſiegreich ziehen, die über Aller Köpfe wegläuft.“
„Ja! ja!“ lachte die Prinzeſſin,„ſie kommen ihr nur doch mit den Köpfen nach und ſtrecken ſie ihr oft in den Weg. Mein lieber Vetter Ludwig in Frankreich iſt blos ſo liederlich geworden aus Angſt, ſein eleganter Adel würde ihn nicht für reines Blut halten, wenn er es ihnen nicht gleich thäte, oder gar ſie überträfe! Und Eure Kaiſerin? Holt' ich hab' ſie weg
Laufe erröthend inne hält, und lauernd rechts und links ſchaut, ob ihr ſteif zuſehender Adel auch nicht ſaure Geſichter macht. Sie kann ſeinen Beifall doch nicht entbehren, obwol ſie ihn innerlich verachtet; denn er iſt nun einmal das Publikum, was ihr ebenbürtig näher ſteht, und wenn ſie kleine Rückſchritte thut oder zuläßt, da iſt es immer die alte Knappmannſchaft, die ſie damit ſchonen will, oder eine alte Tonſur oder Kaputze, die immer mit jenen einen Strang ziehen.“
„Nun ſeid Ihr doch wieder mit gutem Winde bei uns an⸗ gelangt,“ ſagte Georg Prey lächelnd, denn er war gewohnt, ſtets von ihr auf ſeinem Felde beunruhigt zu werden, und doch konnte er ihr eben ſo wenig wie Andern deshalb eigentlich gram ſein.
„Wer könnte Euch auch vergeſſen,“ entgegnete ihm ſogleich die Prinzeſſin—„wenn von den Gebrechen des Adels die Rede iſt? Das iſt ein fein verzweigtes Ding, mein George Prey! und Ihr in Eurem geiſtlichen Schafspelz ſeht blos ſo lamms⸗ müthig zu, weil Ihr wohl wißt, keinen beſſern Schutz giebts für Mitra und Kapuze, als das abſolutiſtiſche Streben Furer adlichen Confratres. Ihr wollt daſſelbe: Das Volk am Gängel⸗ bande leiten, den Geiſt beſchneiden, daß er zu Euren Vor⸗ rechten demüthig verſtummt. Beide habt Ihr alten verjährten
Thomas Thhrnau. 1. 17


