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Korporationsgeiſt die Mauer ziehen, durchbräche das höhere Bedürfniß der Herrſcherin zu ihrem maaßloſen Schrecken nicht immer aufs Neue dieſe Befeſtigungsverſuche und reichte ihr ſcharfes Auge nicht weiter, als die Wappenſchilder decken. Die⸗ ſer Blick, deſſen unbeſtechliche Klarheit Sie kennen, läßt die Maſſe ſich bändigen und zwingt die, welche den hochmüthigen Trotz haben, ſelbſt mit ihrer Herrſcherin den Kampf um ihre Vorrechte einzugehn, dieſe vor ihr, ja vor ſich ſelber durch An⸗ ſprüche zu vertreten, die ihre höhere Natur beweiſen ſollen. Sie würden es nicht wagen einzugeſtehn, es ſei daſſelbe alte Gelüſt nach Willkür und Unverantwortlichkeit, das ihnen noch immer die eigentlichſte Auslegung ihrer Wappen und Perga⸗ mente ſcheint.“
„Ketzer!“ ſagte die Prinzeſſin, die mit den Kindern ſpie⸗ lend die Terraſſen verlaſſen hatte und gegen das Ende von Lacy's lebhafter Mittheilung zurückgekehrt war.„Wem wagt Ihr denn hier Eure ſauren Aepfel anzubieten? Gehört Ihr nicht ſelbſt zu den allerliebſten Leuten, denen Ihr ſie in den Mund ſtopfen wollt? Iſt denn Eure Maria Thereſia nicht eine alte Edelfrau? Und iſt nicht der größte Theil ihres Adels ſo alten Urſprungs als ſie ſelbſt? Wer ſoll denn dem Andern die Strafe für Ver⸗ gehungen außählen, die er doch bei Gelegenheit Luſt bekömmt, ſelbſt zu begehen? Laßt einmal die Frau Kaiſerin den Verſuch machen, dieſe allerliebſten Leute etwas mehr zu geniren, als ihnen bequem iſt— ich glaube, ſie würden ſie auf Piſtolen fordern und ſich echteren Adels halten, als die, welche ihres Landes Krone trägt!“
„Ja,“ rief Lach lachend—„da habt Ihr Recht! Der echte Ariſtokrat iſt immer ein ſchlechter Unterthan, wenn das Intereſſe des Landes und ſeines Herrſchers von dem ſeines Standes abweicht. An nichts Anderem erkenne ich mehr das Prädikat der Herrſcher— von Gottes Gnaden— als daß ſie


