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nicht in den erſten Erſcheinungen erſtickt werden! Es wird ſich allmälig Denen leiſe mittheilen, die zuerſt nichts wollen, als den Stand gegen eine entehrende Beſchuldigung ſchützen, in⸗ dem ſie aber das entehrte Individuum in ſeinen Rechten zu erhalten ſuchen, den erſten Schritt von der moraliſchen Höhe abwärts thun, der ſie bald ſelbſt in Zweideutigkeiten verwickelt, die ſie nicht mehr vor einem reinen Bewußtſein verantworten können. Nur durch verdoppelten Hochmuth ſuchen ſie ſich dann an Denen zu rächen, deren ſtrafendes Urtheil ſie von ſich damit abzuhalten ſtreben, während ſie bald in ihren verderbten Ge⸗ noſſen die Unterſtützung und Gemeinſchaft finden, die ſie über die geſunkene Stellung täuſcht.“
„Wo aber, beſter Lach, iſt hier bei uns Veranlaſſung, ſo ſchwermüthige Erfahrungen zu machen! Sie erſchrecken mich mit dem traurigen Bilde, wie mit der Stimmung, in die Sie dieſe Betrachtungen verſetzen. Geſtehen Sie es ein, nicht hier, ſondern in Ihrem Frankreich machten Sie dieſe Bemerkungen!“
„Ach, theure Claudia! wir wollen uns nicht zu ſehr auf Koſten unſerer Nachbarn erheben. Vielleicht iſt der ganze Un⸗ terſchied zwiſchen uns, daß dort dieſer Sinn eine völlig aner⸗ kannte Berechtigung des Adels iſt, welcher ſich vor dem Gericht der öffentlichen Meinung nicht mehr zu fürchten hat, weil ein großes allgemeines Verderben die Mehrzahl erfaßt und nament⸗ lich den Hofadel zu einer Verbrüderung geführt hat, die ihnen unter einander jede Entſchuldigung ſichert, wenn derſelben noch nachgefragt würde. Wohin wir gelangen könnten, regierte uns ein Ludwig der Fünfzehnte ſtatt Maria Thereſia, das wollen wir nicht allzu genau aus den Symptomen, die uns vorliegen, zu prophezeihen wagen; denn die Verſuche werden ſich immer wiederholen, mit dem alten Fauſtrecht gelegentlich einen Platz zu behaupten, den— durch ausgezeichnetere Geſittung ſich zu⸗ erkannt zu ſehen— die Gaben oft fehlen. Schnell würde der


