Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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täglichen Erforderniſſen gehörten wenn ich den Geiſt mit Be⸗ wundrung anſtaunte, der die Pracht durch die Kunſt veredelte und ſich als den Mittelpunkt ihrer Gaben fühlte, wie ward mir dann ſo ahnungsvoll und bang, wenn ich die marmornen Pforten, welche in ihrem Portikus die Götter der alten Welt beſchirmten, mit rohen Bohlen verſchlagen fand, und durch ein Seitenpförtchen in den Götterſitz eingelaſſen, die träge Luft des Staubes und des Moders in den weiten Räumen fand, die der Nachkomme nicht mehr zu ſeinem täglichen Bedürfniß zählte. Spinngewebe hingen um die hohen Wände und verhüllten die Bilder jener ewigen Meiſter der Moder brach das Moſaik des Fußbodens der Thyrſusſtab des heitern Faun's lag am Bo⸗ den, und die Hand der Venus, die frohlockend den Apfel hob, war bis zum Gelenk verſchwunden. Ein roher Holzklotz trug den Muſageten, deſſen zuſammengeſunkenes Piedeſtal vergeblich ſeine Erhebung hoffte, während die verſtaubten Töchter Niko⸗ medes traurig darauf niederſahen. Hier ſollte ich den Nachkom⸗ men des Geſchlechtes finden, das dieſe Herrlichkeit erſchuf! Ich zweifelte. Für einen Irrthum hielt ich unſere Einladung! Er mußte weit weg ſein, verbannt, unfähig, den heiligen Be⸗ ſitz zu ſchützen! Dann weckte mich die Stimme des Vaters er war ſchon daran gewöhnt. Ich hörte den großen Namen umſchauend wollte ich den Beſitzer finden er ſtand ſchon vor mir! Ja, wie Ihr ſagtet, theurer Lach! in Verkrüpplung, widriger Bildung ſtraft die gerechte Natur unter den Wundern des Geiſtes um ſo ergreifender die Roheit der Seele, die dem Uebermaaße äußerer Begünſtigungen blos den materiellen An⸗ theil abzugewinnen verſtand. Ein ferner Flügel des Palaſtes war mit dürftigem Modewerk ausgeſtattet die kleine Seele war hier froh und fühlte ſich behaglich. Sprach man von jenen Schätzen, da war es, als ſpreche man von den Geſpenſtern des Hauſes, die Niemand rechtkennen wollte, gern auf andere Dinge übergehend.