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die ſchlechte Nahrung, der Mangel geiſtiger Entwicklung den Stempel der Rohheit auf die Bildungen der Kinder überträgt: ſo ſtraft die gerechte Natur doch in allen Ständen die geiſtige Rohheit, und wir ſehen, wie auch in unſern Kreiſen ganze Ge⸗ ſchlechter in Verkrüpplung, widriger Bildung oder Geiſtes⸗ ſchwäche die Vernachläſſigungen zur Schau tragen, die hier vielleicht eben ſo dem Uebermaaße äußerer Begünſtigungen zu⸗ zurechnen wären, als dort der Beraubung derſelben.“
„Ja wol,“ ſagte die Fürſtin faſt traurig—„Denken Sie nur daran, was für Eindrücke wir oft durch die Geſchichte ein⸗ zelner Nationen in uns tragen. Berühmt iſt der Adel mancher Länder durch ſeine Schönheit, die der Träger großartiger Ge⸗ ſinnungen ſcheint, und dem Ruhm eines Landes als Bürgſchaft dient. Aber wie erſchrecken wir, wenn wir vergeſſen haben, daß wir die Geſchichte, wie ſie vor vielen hundert Jahren ſich begab, in unſere Einbildungskraft aufnahmen, und nun zur Selbſtanſchauung gelangt dem kläglichen Geſchlechte begegnen, das bis zu den Formen des Körpers hinab, nicht einmal die Schattenbilder der Heroen vorſtellen könnte, die einſt die Paläſte bewohnten, und die blühenden Fluren ruhmgekrönt beherrſchten, die nun ſelbſt da ſtehn, als führten ſie bittere Klagen über die Bewohner, die ſie dulden müſſen.“
Ha!“ rief der Graf lächelnd—„Claudia, Ihre traurige Wahrheit iſt Selbſtanſchauung geweſen— Sie ſchildern Ihr Vateriand— Sie ſchildern Italien!“
Ja!“ ſagte die Fürſtin—„ich habe genug dabei gelitten. Wie klangen die erhabenen Namen in mein Ohr, welche die Trä⸗ ger großer Begebenheiten, mich mit tiefer Ehrfurcht vor dem Nachkommen erfüllten, in deſſen Zügen ich noch den Ruhm zu leſen hoffte, der ſeinen Namen verherrlichte! Ach! wenn ich mit klopfendem Herzen durch die Räume wandelte, die einſt dem hohen Bedürfniß eines ſolchen Geiſtes genügend, zu ſeinen


