Daſein wenig zum Bewußtſein der Beſchauer kam. In dem⸗ ſelben Geſchmacke waren alle Fenſter des erſten und zweiten Stockwerks verziert, während unter einem flochen Dache nur hier und da ein kleines oeuil de boeuf angebracht war, und über der ſchwerfälligen Einfaſſung der Platform zahlloſe Mar⸗ morfiguren in regelloſen Gruppen die reizloſen Geſtalten er⸗ hoben. Von allen Seiten ſah aber der dahinter liegende Garten hervor und ſchloß ſich, obwol durch das Gitter geſondert, doch mit ſeinen Laubkronen an die Lindenallee, die den Hof umzog. Das Palais, das, wenn auch nicht zu den größten gehörend, da es ohne Flügel und nur von zwei Stockwerken war, doch von der Prachtliebe und den früheren Anſprüchen ſeiner Beſitzer zeugte, machte jedes Mal einen ganz beſondern Eindruck auf den Grafen Lach; denn es war ihm ein Zeichen, wie die Zeit ſchonungslos die Umgeſtaltungen bewirkt, gegen die der ſcolze Sinn des Menſchen ſich zur Zeit des vollen Beſitzes bis an die fernſte Zukunft geſichert hält. Die hochmüthige Geringachtung, mit der die Mittel verſchwendet werden, die ein großes Eigen⸗ thum darbietet, und die ein mäßiger Gebrauch und eine klare Ueberſicht den ſtolzen Anſprüchen erhalten hätten, arbeitet der Zeit in die Hände, die jede Verſäumniß rächt, und ihre ver⸗ derblichen Erfolge überraſchen den ſicher gewordenen Hochmuth erſt, wenn er ſchon im Begriff ſteht, unter ihnen vergraben zu werden. So hatte der Fürſt gelebt und hatte längſt aufgehört, den wahren Anſpruch an einen rechtlichen und ehrenhaften Na⸗ men zu beſitzen, und dennoch durch den angemaßten Schein davon, das Gefühl behalten, als ſei ein ſolcher ganz unzer⸗ trennlich von ſeiner Perſon, da er die zahlloſen Bedrückungen und Wortbrüchigkeiten, womit er die Mittel erkaufte, um ſein geträumtes Anrecht an Glanz und Ueberfluß zu erhalten, nicht zu den Ueberſchreitungen der Grundſätze rechnete, die er als Edelmann zu ſeinem privilegirten Beſitze zählte. Der Graf
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