als fie ſein von ihm ſelbſt angeordnetes fürſtliches Begräbniß bezahlt hatte— war ſie in dem fürſtlichen Palaſt Morani— am Bettelſtabe!“
Lebhaft rückte der Baron bei dieſen Worten ſeinen Seſſel näher zu dem Freunde hin, und blickte ihn mit ſo geſpannter Erwartung an, daß ſein ſchönes jugendliches Geſicht in höherer Farbe glühte. Graf Lacy ſtand dagegen auf und indem er wie⸗ der das Zimmer zu durchwandern begann, ſagte er kurz:„Der edle Graf von Kaunitz erfuhr die Lage der Fürſtin; er fühlte die Verpflichtung der Kaiſerin, welche ihr ſogleich in huldvollen Ausdrücken eine Penſion ſicherte und auch fortfährt, die Lage der verwaiſ'ten Fürſtin zu erleichtern.“
Auch Baron Pölten erhob ſich jetzt. Beide Freunde nahmen eine kurze Verabredung für den Abend und trennten ſich, in dieſe bezugloſen Worte eine Wärme des Ausdrucks legend, die ſie, ohne daß ſie es beachteten, hinriß, ſich zu umarmen, was ſie ſonſt nie thaten.
Der Juli⸗Abend war weit vorgerückt, als der Graf Lacy endlich ſeinen Spaziergang beendigte und ſich der Häuſerreihe zuwendete, die an der Wallſeite nach dem Neuthore zu aufhörte eine zuſammenhängende Straße zu bilden, da ſich hier mehrere der bedeutendſten Paläſte der in Wien anſäßigen Familien be⸗ fanden, die von ihren weitläuftigen Gärten, und von den kleinen Gebäuden umgeben waren, wie man ſie für die zuge⸗ hörenden Dienſtleute zu benutzen pflegte.
Der Graf nahte ſich dem Palaſt Morani, welcher ſich durch ſeine düſtere, ſchwerfällige Architektur und durch den alten Baumwuchs auszeichnete, der ſich, ohne von der Hand des Gärtners mehr geſtört zu werden, über die eiſernen Gitterthore


