Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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und, ſetzte er bewegt hinzu,ich verdanke ihr ſehr viel! Als mich der Fürſt bei ſich aufnahm, geſchah es aus Liebe zu ſeinem alten Freunde, deſſen Neffe ich war. Bald gewöhnte er ſich an mich, und als er nur noch des Mittags einen Kreis mit ihm alt gewordener Freunde ſehen konnte, waren mir und ſeiner Tochter die Abende überlaſſen und ich half ihr oft die langen Nächte hindurch den Leidenden durch Lektüre und Unterhaltung zu zerſtreuen.

Der Baron ehrte die ernſte und achtungsvolle Haltung, mit der ſein Freund ſprach; endlich ſagte er:Worin beſtanden die großen Schwierigkeiten der Tochter? Ihre eigne edle und ernſte Richtung mußte ihr dies Leben nicht ſo erſchweren, dächte ich.

Der Fürſt war Einer aus der fröhlichen alten Schule, die nicht begreifen wollen, daß man nur das ausgeben ſoll, was man hat. Er fragte immer nur: Was kommt mir zu, als Fürſt Morani auszugeben? Das mußte da ſein, und er hoffte dabei auf eine Ausgleichung, die um ſo mehr ausbleiben mußte, als Krankheit und Alter ihn nachgerade von all' den öffentlichen Stellungen verdrängten, die in früheren Zeiten häufig den Aus⸗ fall gedeckt, den ſeine ungebundenen Neigungen veranlaßten. Zur Zeit, als ich Vater und Tochter kennen lernte, hatte Letz⸗ tere die Verwaltung des Ganzen übernommen. Sie zahlte heim⸗ lich Schulden ab, und erhielt ihm, in dem beſchränkten Kreiſe, den er noch überſehen konnte, allen Schein des alten Glanzes, ohne den er ſich nicht anders als entwürdigt zu denken vermochte. Sie raubte mit ruhigem Bewußtſein ihrer Zukunft jede Stütze, jede Ausſicht auf ein anſtändiges, ſorgenfreies Leben, und legte ſich ſchon in dieſer Zeit jede Entbehrung auf, die ſeinen argwöhniſchen Augen zu e war. So hat ſie ihren groß⸗ müthigen Zweck erreicht! Er ſtarb, umgeben von allen ange⸗ wöhnten koſtſpieligen Bedürfniſſen ſeines langen Lebens, und