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Morani votzuſtellen, haſt Du heute Zeit und Neigung dazu, ſo bin ich bereit, Dich dort einzuführen.“
Pölten ſah ihm lächelnd in die Augen; dann verneigte er ſich tief und ſagte:„Es iſt eine Gunſt, um die ich ſo oft ver⸗ geblich gebeten habe, daß ich nicht mehr darauf zu rechnen wagte. Um ſo mehr weiß ich es zu ſchätzen, daß endlich Dein felſenfeſtes Herz bricht und Du Deinen beſten Freund Dein Glück willſt theilen laſſen, an welchem Du bisher, wie es ſchien, Niemandem Antheil gönnteſt.“
Ohne die ironiſche Rede beachten zu wollen, ſagte der Graf leichthin, daß die Fürſtin ſehr eingezogen lebe, bis auf einige gelehrte Freunde Niemand ſehe, und es ihm daher nicht zugeſtanden, ſeine Bekannte dort einzuführen.„Jetzt aber,“ rief er mit einem warmen Blick auf ſeinen Freund—„jetzt wünſche ich ſelbſt, daß Du ſie kennen lernſt.“
Schnell unterbrach er den Verſuch des Barons, ihm zu antworten, indem er fortfuhr, als verſtünde eine Erklärung ſich von ſelbſt:„Meine Bekanntſchaft mit der Fürſtin entſtand noch bei Lebzeiten ihres Vaters. Ich hatte eine Empfehlung an ihn von meinem Oheim; doch damals verließ er ſchon das Zimmer nicht mehr, aus welchem er ein Jahr ſpäter als Leiche getragen ward. Hier lernte ich die edle Tochter kennen, deren Ingend in dem Krankenzimmer des Vaters verblüht war. Aber an der Seite des hochgebildeten Mannes, der in den ſchwierigſten Weltverhältniſſen, an fremden Höfen, in ehrenvollen und wich⸗ tigen Sendungen alt geworden war, hatte ſie dagegen einen Schatz von Bildung und Kenntniſſen eingetauſcht, in dieſer Einſamkeit eine Güte und Reinheit der Geſinnung erhalten, und eine Weisheit der Weltanſchauung erlangt, wie ſie wenigen Frauen zu Theil werden kann. Ich habe ſie in ſehr verwickelten Verhältniſſen, unter den nagendſten Sorgen aller Art mit dem Muthe eines Mannes, mit der Zartheit einer Frau handeln ſehen,


