Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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zu beweiſen, daß ſein perſönliches Verdienſt an jeden Vor⸗ zug reiche, den Rang und vornehme Herkunft zu geben ver⸗ mögen.

Wieder ſchritt Lacy nachdenkend umher; endlich aber ſagte er, wie zu ſich ſelbſt:Ich dachte das auch oder vielmehr ich denke es noch ja ich muß fortfahren, es zu denken, um gegen die unfinnige Forderung dieſes Teſtaments feſt zu bleiben. Aber ich will ſo wenig mit Dir heucheln, wie ich es mit mir ſelbſt gethan; ich glaube es dennoch nicht!

Nun rief Pölten lachendbeſter Freund! ſo gehe hin und heirathe! Heirathe die rothwangige Dorſſchönheit von ſechszehn Jahren ſie iſt vielleicht ſo übel nicht! In Rückſicht des Adels, der ihr fehlt, wirſt Du doch nicht ſtrenger ſein als Dein alter Oheim.

Wer weiß, ſagte der Graf ſinnend,was ich gethan hätte, wäre der wunderliche Alte früher ſo dringend geworden als jetzt! Aber nach der erſten Mittheilung hierüber, welche das Teſtament nöthig machte, verharrte er lange in einem ſtol⸗ zen Schweigen, welches mich mit der Hoffnung einwiegte: er ſelbſt gäbe eine Forderung auf, die ſo gegen alle Sitten und Gebräuche unſerer vornehmen Familien ſtreitet, daß ich dieſe Bedingung nie zu einer Sorge für mich werden ließ. Ich hatte nie an meiner perſönlichen Freiheit gezweifelt; ich habe demge⸗ mäß gehandelt ſelbſtändig entſchieden, jetzt kann ich die Forderung von Thomas Thyrnau nicht mehr erfüllen weder Neigung noch Ehre erlauben es mir!

Mit Heftigkeit faſt hatte ſich der junge Graf von ſeinem Freunde abgewendet. Er ſtand am Fenſter und blickte über die Ufer der Donau hinüber und genoß den heitern Anblick der großartigen Stadt, die über dem kleinen Gärtchen ausgebreitet lag. Plötzlich wendete er ſich nach ſeinem Freunde zurück und ſagte:Du haſt mich ſchon ſo oft gebeten, Dich der Fürſtin