Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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Er hatte Dich alſo für den Staatsdienſt beſtimmt? fragte

ihn der Baron. Im Gegentheil! Er forderte von mir, nie eine dauernde oder bindende Stellung im Staate anzunehmen. Er wollte, daß ich das große Werk, was in ſeinem Kopfe entſtanden war, einſt ausführen ſollte; er wollte mit einem Worte, daß ich theil⸗ weiſe das Joch der Leibeigenſchaft, nach den weiſen Grundſätzen, die er entwickelt in ſeinem Kopfe trug, auf unſerer großen Herrſchaft aufheben ſollte, und um mich zu allen damit verbun⸗ denen Rechtshändeln auszurüſten, ließ er mich ſtudiren und ordnete meine Studien ſo, daß ich befähigt ſein könnte, der⸗ einſt mir und meinen Untergebenen ſelbſt den nöthigen Rath, nach den Geſetzen des Landes zu ertheilen.

Der Baron lächelte.Er wollte Dich alſo unabhängig machen von Advokaten und Gerichtshöfen! Er rüſtete Dich alſo aus, um das Unrecht mit der eigenen Kenntniß der Geſetze bekämpfen zu können! Sollte das nicht ſchon Mißtrauen andeuten gegen den Rath, dem er ſich in Thomas Thyrnau unterziehen mußte? von dem er Dich unabhängig machen wollte?

Ich kann dies um ſo weniger glauben, als ihr Verhält⸗ niß nach meiner Abreiſe bald die vorige Innigkeit wiedergewann! Thomas Thyrnau gab Prag und ſeine dortigen Geſchäfte auf und bezog das alte Dohlenneſt, und mein Oheim war bald wieder ſo zu Hauſe dort, wie in dem eigenen Schloſſe.

Nun, rief der Baron,ſiehſt Du nicht ein, daß dann der Verdacht auch wieder wächſt? Gewann er ſeinen alten mächtigen Einfluß aufs Neue, wie leicht konnte er ihn dann mißbrauchen, und gewiß liegt in dem vorliegenden Falle der bezeichnete Fehler und ſei es ſein Einziger klar und deutlich aufgedeckt. Seine Eitelkeit treibt ihn, ſeine Enkelin zur Gräfin Lacy zu erheben. Oder ſein bürgerlicher Stolz, um

Thomas Thhrnau. 1.

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