Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

Lach nahm den Brief vom Tiſche und ſagte:Das Recht, mich zum armen Manne zu machen, wenn ich nicht zurückkehre und ſeine ſechzehnjährige Enkelin heirathe!

Der Baron warf ſich mit lautem Gelächter auf einen Seſſel. Verzeih! rief er dannbiſt Du nicht der Graf Lach? Rechtmäßiger Erbe der Herrſchaft Wratislaw? Das iſt zu toll!

Es ſind Räthſel, ſagte Lacy.Aber Du wirſt mir zutraun, daß ich nicht lammftomm ihnen gegenüber ſtehen blieb. Bei meiner Majorennität empfing ich mit der Uebergabe der bedeutendſten Einkünfte, einer klaren, muſterhaften Darlegung meiner Verhältniſſe, aller Rechnungen und Verwaltungs⸗Maaß⸗ regeln ſeit dem Tode meines Oheims, zu gleicher Zeit die Klauſel in ſeinem Teſtamente des ſtolzeſten, Ahnenberechtigtſten Mannes der Erde die Enkelin des alten Herrn Thomas Thyrnau zur Gräfin von Lach und meiner Gemahlin zu erheben, oder zu gewärtigen, daß Thomas Thyrnau mir die Verhältniſſe darlegen werde, die mich des bedeutendſten Theiles meiner Be⸗ ſitzungen berauben würden. Nicht umſonſt hatte ich indeſſen drei Univerſitäten beſucht, um Reichsrecht zu ſtudiren, und ent⸗ ſchieden wies ich die Zumuthung dieſer Klauſel zurück, die mich in einem Grade empörte, wie es von einem jungen, ſtolzen Menſchen zu erwarten war, der in dem Augenblicke, wo er glaubt, die größte Freiheit erreicht zu haben, in einen neuen unerträglichen Zwang gerathen ſoll, der ihm beleidigend, unge⸗ recht erſchien, entehrend und was Du noch ſonſt willſt, um das Maaß eines unleidlichen Zuſtandes voll zu machen. Ich for⸗ derte Herrn Thomas Thyrnau auf, ſich näher zu erklären, indem ich ihm mein gutes Recht entgegen hielt. Dies gute Recht be⸗ ſtritt er nicht; aber er warnte mich zu widerſtehn und wieder⸗ holte:; das Recht, die Andeutungen des Teſtaments zu ver⸗ wirklichen, ſei deſſenungeachtet da, er würde aber nie damit hervortreten, wenn ich ſeine Enkelin heirathete.