Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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erleichtert. Aber ich bin in einer Stimmung, die ich in Wahrheit Anſtand nehmen muß mit einem Andern als mit mir ſelbſt zu theilen, und liebe Freunde ladet man am wenigſten dazu ein.

Theilen! lachte der Baron dafür behüte mich auch Gott, wenn theilen hier heißt: die Hälfte nehmen; auch nicht den kleinſten Theil Deiner Stirnrünzeln will ich haben aber ſie Dir verjagen helfen, dazu bin ich der Mann! Alſo beichte! beichte! ich wette, die ewig krächzende alte Eule, Dein Herr Vormund, hat wieder geſchrieben, und da ich nun ſeit Jahr und Tag es ertragen muß, bloß zu erfahren, daß er Dich quält, ſo will ich endlich auch erfahren, warum er Dich quält wo er die Autorität dazu her nimmt, gegen den acht und zwanzigjährigen mündigen Mann! He! willſt Du beichten und Dich überzeugen, daß ich der luſtigſte, ausgelaſſenſte und dennoch der treueſte Freund meiner Freunde bin?

Davon bin ich feſt überzeugt, antwortete Lachdoch denke ich, ſetzte er lächelnd hinzu ich verſchulde es nicht, wenn Du nicht früher alles über meine Verhältniſſe erfahren, was mir ſelbſt bekannt iſt; denn dieſe wirklich kennen zu wollen, hat Deine flüchtige Lauge Dir nie wünſchenswerth gemacht, und ich lege wenig Wer auf den Troſt, den wir von unſern Freunden durch die Mittheilung unſerer Schickſale empfangen. Troſt erhalten wir, wenn wir uns geiſtig frei regen können mit denen, die uns verſtehen dieſen hatteſt Du immer für mich bereit!

Nun ja! ungefähr ſo würde ich auch gedacht haben, ſagte der Baronwenn ich mir Zeit genommen hätte, daran zu denken. Jetzt aber will ich mehr wiſſen, denn dieſe Falten auf Deiner Stirn müſſen fort, ehe Du der ſ chönen Baroneſſe Binder heut Abend die Aufwartung machſt deshalb was hat dieſer alte Advokat für Rechte über Dich?