Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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Die Fürſtin Morani! rief die Kaiſerin mit ihrer leb⸗ haften Weiſe die Hände zuſammenſchlagendGeht geht Kaunitz wo habt Ihr Euren klugen Kopf ſie iſt ja älter als ich war mir ein Spielftäulein iſt nie ſchön, kaum hübſch geweſen die entführt uns den jungen Herrn nicht; denn Vermögen hat ſie auch nicht, das wißt Ihr am beſten, denn Ihr laßt ihr die bewilligte Penſion auszahlen und weiſet die Rechnungen für die Baukoſten in dem alten Palaſt Morani auf meine Chatulle an, damit er ihr nicht über dem Kopf zuſammen bricht alſo woraus ſoll denn da ein Liebesver⸗ hältniß werden?

Euer Majeſtät haben die Dame wohl ganz aus den Augen verloren?

Sie bat nach dem Tode ihres Vaters um Erlaubniß, ſich vom Hofe zurück ziehen zu dürfen. Ich ſah ſie ſeitdem

»nicht. Prinzeſſin Thereſe iſt durch ihre Mutter mit ihr cousine

germaine ſie beſucht ſie und erzählt mir oft von ihr ſie ſcheint gern bei ihr zu ſein aber, mein lieber Graf, die Zeit hat noch nie die Fehler eines unſchönen Geſichts bei einer Frau verbeſſert, ſie wirkt ſogar zu unſerm Nachtheil da, wo die Natur den Vorzug der Schönheit verliehen hat.

Euer Majeſtät wiſſen, erwiederte der Graf, ſich vernei⸗ genddaß ich darin völlig unerfahren bin. Doch höre ich durch den Pater Franz und Georg Prey, daß ſie ſehr mit ihrer Geiſtesbildung beſchäftigt iſt, und ich dachte, dies könnten ihre Reize ſein!

Eine Gelehrte alſo! rief die Kaiſerin ſpöttiſch.O! Graf Kaunitz, was man auch von Eurem zärtlichen Herzen zur Zeit geſprochen hat, es muß lange her ſein, daß Ihr meinem Ge⸗ ſchlecht Eure Aufmerkſamkeit geſchenkt, denn ſonſt würdet Ihr wiſſen, daß ſelbſt van Swieten kein beſſeres Rezept gegen die Liebe ſchreiben könnte, als die Gelehrſamkeit einer Frau! Doch