Teil eines Werkes 
7. Band, Thomas Thyrnau : 1. Theil (1855)
Entstehung
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Doch ſind wir wegen der Seltenheit derſelben geſonnen, ihm ſelbſt unſere Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Ihr werdet ihm ſagen, daß ich dieſen Aufſatz geleſen habe und mit ihm darüber ſprechen will. Seine Anſichten über die theilweiſe Aufhebung der Leib⸗ eigenſchaft in Böhmen gewinnen dadurch an Wahrheitskraft, daß er als Grundbeſitzer die Nachtheile empfinden würde, wenn das Geſchrei wahr ſein ſollte, womit man die Anregung dieſer Sache von jenen großen Herren beantwortet hören muß.

Es iſt allerdings wichtig, einen aus ihrer Mitte bei glei⸗ chen Intereſſen von der Anſicht abfallen zu ſehn, die ſie als gerechtfertigt durch alle ihre Anſprüche geltend machen wollen. Auch, glaube ich, weiß er ſeine Geſinnungen zu vertreten.

Sonderbar, Graf Kaunitz. ſagte die Kaiſerin, und eine dem Grafen ſehr verſtändliche Röthe, die jede kleine Wallung der ſanguiniſchen Frau verrieth, trat auf ihrer hohen Stirn hervorſonderbar, daß Ihr Euch jetzt erſt erinnert, wie es zu unſern Wünſchen gehörte, bei einer ſo ſchwierigen Aufgabe und nach dem erfahrenen Widerſpruch, uns unter den dortigen Großen einen Beiſtund aufzufinden. Ihr theiltet, denke ich, unſere Freude über die Hoffnung, welche uns ein ehrwürdiger böhmiſcher Prälat machte, ſpäter vielleicht mit gutem Beiſpiel voran zu gehen, und ſahet Euch mit uns nach dem Edelmanne um, der uns gleiche Unterſtützung böte und doch hattet Ihr bereits verwirklicht erfahren, woran Eure Kaiſerin indeſſen als an eine Schwierigkeit zu denken genöthigt war.

Eins nach dem Andern, Euer Majeſtät, entgegnete Kaunitz unerſchüttert.Die Proben, denen ich den jungen Mann unterwarf, um den Grad ſeiner Zuverläßigkeit zu erfahren und aus ihnen zu entnehmen, ob dieſe Anſichten ſich würdig zeigten, die Aufmerkſamkeit Eurer Majeſtät zu wecken, mußte ich glauben, ſei ein paſſenderes Geſchäft für den Diener Eurer Majeſtät. Jetzt erſt, nachdem ich den jungen Mann bewährt