Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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Vergangenheit zu bezeichnen, ſondern jeden unbequemen Zuſtand der Gegenwart, den die Kaiſerin bei den beab⸗ ſichtigten Veraͤnderungen vorlaͤufig nicht zweifeln durfe einzeln zu erzeugen daß eine Entſchuldigung der Selbſthulfe darin liegen koͤnne, da die ganz beſonderen Umſtaͤnde, welche die Kaiſerin zu ihrer Nachſicht bewo⸗ gen, nie von der Menge verſtanden werden wuͤrden, und daher kluger Weiſe ihr vorenthalten bleiben muͤß⸗ ten. Nach dieſer Auseinanderſetzung nun dankte er der Kaiſerin ehrfurchtsvoll und lehnte jede Art offent⸗ licher Auszeichnung von ſich ab, ſie dagegen um ihre ſtill fortdauernde Gunſt ehrerbietig anflehend.

Darauf hatte er ein kurzes eigenhaͤndiges Billet der Kaiſerin bekommen, welches ſie wie Kaunitz ihm meldete augenblicklich nach Durchleſung Brie⸗ fes geſchrieben hatte. Es lautete:

Ihr ſeid ein Ehrenmann, mein getreuer Thomas Thyrnau, ſo wahr mir Gott helfe! Und wenn ich Euch einen Grafentitel gegeben haͤtte, er waͤre Euch zum Ueberfluß geweſen! Viele Unterthanen werde ich haben, die nie revoltirt haben, und werden nicht von ſo treuer Geſinnung ſein, ihre Kaiſerin zu warnen, wenn dieſe ihnen eine Gunſt erzeigen will, ſollte auch der allgemeine Schaden ihnen daraus erſichtlich ſein.