Teil eines Werkes 
3. Theil (1845)
Entstehung
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kaiſerliche Bote mußte einige Tage vor mir hier haben eintreffen koͤnnen.“

„Es iſt ein ſolcher Befehl oder ſolcher Bote hier nicht eingetroffen,“ entgegnete der Offizier—„und Seine Excellenz wollen die Moͤglichkeit eines ſolchen Befehls bezweifeln!“

Thomas Thyrnau ſchwieg einen Augenblick, denn Magda war von den Sprechenden erweckt worden, und ihre großen muͤden Augen hefteten ſich jetzt auf den jungen Mann, der dieſe letzten Worte ausſprach.

„Vielleicht“— ſetzte er hinzu—„iſt bei der Abfer⸗ tigung des Polizeiboten ein Verſehn vorgefallen, man hat vorgehabt, Euch nach einer andern Feſtung zu brin⸗ gen, wohin der Befehl gelangt ſein mag, Euch aufzu⸗ nehmen— ein anderer Bote mag von der Majeſtät beordert worden ſein, dem Herrn Gouverneur Mitthei⸗ lungen von der Majeſtaͤt zu uberbringen, dieſe ſind theilweis verwechſelt worden und Ihr habt nun irr⸗ thuͤmlich einen Gefangenen hierher gebracht.“

„Dies Alles kann nicht der Fall ſein,“ entgegnete Thyrnau—„da ich ſelbſt die Handſchrift der Kaiſerin geſehen habe, welche dem Erkenntniß des Gerichts uͤber mich hinzugefuͤgt hatte, daß ſie mir den Karlſtein in Boͤhmen— meiner Heimath— angewieſen habe.“ Der Offizier ſah Thyrnau mit einem ſeltſamen