rum wagt ihr Menſchen, Geſetze zu machen, die ein Geſchoͤpf Gottes, von ihm ſo hoch begabt wie das andere, auszuſchließen wagt als unberechtigt?“
„Bezaͤhme Deinen ſchlagfertigen Verſtand,“ ſagte Thyrnau ſtreng—„ich koͤnnte Dir viel darauf entgeg⸗ nen, was dieſe Beſtimmung rechtfertigt, wenn es ſich ziemen wollte. Eins aber wird Dir einleuchten und vielleicht war es der Anfangsgrund dieſes Geſetzes: in jener fernen Vorzeit waltete nur ein ſehr geringes gei⸗ ſtiges Verhaͤltniß zu den Frauen ob— die Barbarei der Zeit hatte ſie in eine Sphaͤre gedraͤngt, worin ihre volle Naturberechtigung erdruͤckt, ſie den Anſchein nie⸗ derer Befaͤhigung trugen und dadurch zu den Maͤn⸗ nern nur in einem ganz rohen phyſiſchen Verhaͤltniß blieben, welches doch grade von unſerm leicht verfuͤhr⸗ baren Geſchlechte abgehalten werden ſollte.“
Thyrnau hatte Magda mit dieſer Entgegnung zum Schweigen gebracht, aber ihrem arbeitenden Geiſte die Betrachtung dieſer neuen Erſcheinung zu entziehen, wollte er eben ſo wenig, als er es vermocht haͤtte.
„Sieh,“ fuhr er fort—„wie lieblich hier das Thal ausmuͤndet und an den Ufern der Beraun ſich hin⸗ zieht bis zu dem kleinen Staͤdtchen Budnian, welches um ſeine Kirche, wie eine ſchlechte Einfaſſung um ein Juwel, liegt.“


