16
„Ja,“ ſeufzte Magda bewegt auf—„hier iſt Ruhel hier verſtehe ich zuerſt, was einſam iſt!— Ob hier wol Voͤgel ſingen? Ob die Forelle hier wol im Bache rauſcht?— Ob der Wind hier eine Stimme hat und der Regen nicht die Tropfen anhaͤlt, ehe ſie nieder⸗ fallen? Denkſt Du nicht, das welke Blatt muͤſſe ſich beſinnen, ehe es zur Erde ſinkt, und die Bienen muͤß⸗ ten umkehren an den vier Bergen, uͤber denen noch im⸗ mer das geheimnißvolle:„Fern ab von der Feſte!“ er⸗ klingt.“
„Wir werden es ja erfahren“— ſagte laͤchelnd Thyrnau, denn er freute ſich, daß die verſtummte Magda in ihre alten Rhapſodien verfiel.
Schon ſahen ſie, daß der Wagen in das erſte Git⸗ terthor eingelaſſen ward, und ihr Begleiter forderte ſie nun auf, denſelben Weg anzutreten.
Als ſie niederſtiegen in das Thal, umfing ſie eine feuchte Kaͤlte; die Sonne ſtand noch niedrig, die hohen Berge hielten ihre Strahlen ab. Der Weg fuͤhrte durch das Gitterthor bis zur zweiten Eingangspforte durch einen in den Felſen gehauenen, mit Mauerwerk und Schießſcharten verſehenen Weg zum Haupteingang und einem gigantiſchen Thore, an welchem das ungeheure Schloß Magda's Erſtaunen anregte. Ueber dieſem Thore erhoben ſich die baufaͤlligen Truͤmmer der Wenzel⸗
———
—————
—


