13 laſſen, einen ſichern Pfeil aus dem geſpannten Bogen nach ſich zog. Jetzt— wo dies einſt ſo drohend be⸗ ſchuͤtzte Heiligthum dem Einfluſſe der Zeit ſich hatte uͤberliefern muͤſſen— waren die Befeſtigungen unbe⸗ wacht und zeigten dem erfahrenen Auge ihren unbeach— teten Verfall, wer aber von ihrem Ruͤcken auf den groß⸗ artigen Bau ſchauen und ſich in das tiefſinnige Gemuͤth Karls des Vierten, ſeines großen Erbauers, verſenken konnte, dem mußte noch immer ſcheinen, der Geiſt eines großartigen Geheimniſſes ſei hier dem rieſigen Geſtein auf eine unzerſtoͤrbare Weiſe eingepraͤgt, und dem Ein⸗ geweihten werde ſich ein Zeugniß zu erkennen geben, welches dem profanen Auge in myſtiſches Dunkel ge⸗ hullt bliebe. Thomas Thyrnau ſah mit tiefer Bewe⸗ gung auf das Haus des einſt ſo maͤchtigen Meiſters— er kannte den Dienſt, dem auch er angehoͤrte, und ver⸗ ſtand die Loͤſung der Zeichen, die er zu finden gewiß war. Das ahnungsvolle Kind an ſeiner Seite fuͤhlte ſogleich dieſen Einfluß—„Ach! ach!“ ſtammelte ſie und ſtreckte ihre Arme gegen die Feſte aus—„was wirſt Du in Deinem heil'gen Bereich bewahren!— was wirſt Du mir zu ſagen haben, was ich noch nie hoͤrte und wonach vielleicht mein Herz ſo ſehnſuchtsvoll ſchlaͤgt— was fuͤr Geheimniſſe mußt Du umſchließen, die ich vielleicht ewig umſonſt befragen werde?“
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