Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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487 vergleichlichen Perſoͤnlichkeit dieſes Thyrnau verdankte und dem Gelingen, die Kaiſerin, welche ihn zu ver⸗ ſtehen vermochte, zur Zuhoͤrerin gemacht zu haben, und er fuͤhlte eine ſo lebhafte Zuneigung zu Thomas Thyr⸗ nau, daß er die wenigen Tage, welche derſelbe noch in der Haft des Schloſſes blieb, ihn täglich beſuchte und in dem hellen erfahrenen Verſtande dieſes Mannes

und ſeiner ausgebreiteten Kenntniß aller obwaltenden

Verhaͤltniſſe ein Verſtäͤndniß fand, deſſen er ſich noch nicht zu erfreuen gehabt hatte.

Wir enthalten uns jedoch, ihre einſichtigen Ge⸗ ſpraͤche wieder zu geben; was davon auf das Leben des Thomas Thyrnau Einfluß gewann, werden wir im Ver⸗ lauf dieſer Mittheilungen erfahren.

Magda fand bei dieſen Geſprächen einen ungewoͤhn⸗ lichen Platz. Mit dem unbeſiegbaren Widerſtand eines unbezwinglichen Gefuhls war ſie nicht mehr von ihrem Großvater zu trennen.

Wie ein ſchoͤnes Standbild ſaß ſie unbeweglich mit ihren tiefen ernſten Zuͤgen und dem durchdringenden

langen Blick ihrer Augen zu den Fuͤßen Thomas Thyr⸗ nau's auf einem niedrigen Baͤnkchen und hoͤrte beiden

Maͤnnern zu, als waͤre ſie ihr hoͤchſter Richter. Kaunitz hatte ſich uͤber dieſen ſonderbaren Zeugen mit Thyrnau lateiniſch erkiitt dieſer hatte ihn abgehalten, auf ih⸗