daß er ein Maͤdchen erziehen konnte wie Dich. Sag' mir, hat Dir der Graf Kaunitz ſchon geſagt, daß ich Dir erlaube, mit Deinem Großvater nach dem Karl⸗ ſtein zu gehn?“
„Ach, ja wol!“ rief Magda—„ich wollte Dir ſo gern dafuͤr die Hand kuͤſſen.“
„Mein Kind,“ rief die Gutenberg—„das darf Niemand.“
„Laß das, Gutenberg,“ unterbrach ſie die Kaiſerin, „komm naͤher, und hier haſt Du meine Hand— bin ich auch nicht ſo gottlicher Natur, als Deine Phantaſie getraͤumt, ſollſt Du Dich doch nicht ſo gar bitter ge⸗ taͤuſcht finden, daß Du auf dem Felſen der Etiquette ſcheiterteſt“— damit reichte ſie ihr die Hand, die Magda kniend aber zweimal inbrunſtig kuͤßte— dann zog die Kaiſerin eine goldene Miedernadel aus einem Futteral und gab ſie ihr—„damit Du ein Andenken haſt von mir,“ fuhr ſie fort—„und das merke Dir — was Dir auch vorkommen mag im Leben, Du ſollſt immer das Recht haben, Dich an mich unmittelbar wenden zu koͤnnen, und wo eine Kaiſerin helfen kann, da ſoll es Dir geſchehen! Das ſage auch Deinem Großvater,— und wenn es ihm troſtlich iſt, dann fuge hinzu, daß ich es auch um ſeinetwillen thue.“
Dies ſchien ein Abſchied, wenn Magda ihn ver⸗


