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hoͤrt, daß wir Großen der Erde oft genoͤthigt ſind, die Handlungen Derer zu ſtrafen, die wir innerlich hoch⸗ ſchaͤtzen, um anderer Eigenſchaften willen.“
„Nein,“ ſagte Magda—„das habe ich nie ge⸗ hoͤrt— ich dachte, Du hätteſt ein ſchoͤnes Recht, was wol goͤttlicher Ableitung zu nennen iſt— Du koͤnnteſt, wenn Du tiefer ſaͤheſt, als die Andern, ohne Rechen⸗ ſchaft und ohne daß es Dir Jemand wehren duͤrfte— begnadigen!“
„Das habe ich auch,“ fuhr die Kaiſerin fort— „und habe es angewandt fuͤr Deinen Großvater, und in ungewoͤhnlichem Maaße!“
„Das ſagt er auch,“ entgegnete Magda ruhig.—
„Und Du glaubſt uns beiden nicht?“ fragte die Kaiſerin.
„Gewiß glaube ich Euch,“ ſagte Magda—„ich hatte es mir nur anders gedacht und ſo viel ſchoͤner! Es macht mich nun traurig, daß eine Kaiſerin nicht ſo kann, wie ich es mir gedacht!“
„Du haſt auch wol zu viel vorausgeſetzt,“ ſagte die Kaiſerin mit großer Milde.—
„Ja wol!“ rief Magda—„aber wie ich Dich zuerſt erblickte, da glaubte ich erſt Alles recht! Du ſaheſt ſo gottlich aus mit Deinem weißen Geſicht und den großen blauen Augen— die Sonne folgte Dir,


