Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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alte Dame fuͤhrte ein Maͤdchen herein, welches durch die ſanfte Schwermuth, von der ihr Weſen durchbrun⸗ gen war, gegen die beengende Schuͤchternheit geſchuͤtzt blieb, die vor ſo hohen Perſonen einzutreten pflegt der geſenkte Kopf gab ſich ſogleich als eine Eigenthuͤm⸗ lichkeit ihrer feinen elaſtiſchen Geſtalt, ohne der edlen Freiheit des Ausdrucks zu ſchaden.

Sie verneigte ſich tief vor der Kaiſerin und dieſe rief ſie naͤher. Die Prinzeſſin ſah ihr voll Erſtaunen nach ſie trug heute uͤber dem glaͤnzend ſchwarzen Haare das goldene Netz mit Juwelen verziert, die Flechten waren im Nacken verſchlungen, und dagegen zeigte ſich noch herrlicher die ſchoͤne Form deſſelben, die das in Falten geſteckte weiße Tuch vollſtaͤndig verrieth dazu trug ſie ein Mieder von ſchwarzem Sammet mit ſeidenen Aermeln und ein offenes Kleid mit dazu gehoͤrigem Rock von ſchwerer ſchwarzer Seide. Man hatte die ſchoͤne Eigenthuͤmlichkeit ihrer Tracht nicht zerſtoͤrt, und doch ſah die Prinzeſſin, eine geſchickte und erfahrne Hand hatte den Anzug geordnet, daß er paſ⸗ ſend vor der Kaiſerin war.

Dieſe blickte ſie auch wohlgefaͤllig lange an, dann ſagte ſie laͤchelnd:Wie ſtehn wir denn jetzt mit ein⸗ ander? Du wirſt mir wol bitter boͤſe ſein, daß ich Dir Deinen Großvater nicht nach Tein zuruͤckſchicke?