Nachdem er den Becher in einem Zuge zur Haͤlfte geleert, ſetzte er ihn auf den ſilbernen Teller, den Veit hielt, und ſenkte ſein umherirrendes Auge a den alten Diener.
„Das iſt das alte Dohlenneſt?“ ſagte er dann mit rauher Stimme, und ein heiſeres Lachen entſtellte ihn ungemein nach dieſen Worten.
„Ja, Herr!“ erwiderte Veit, und dem Beherzten graute vor dem hoͤhniſchen Ausdruck, der dieſe Worte begleitete.„Das Volk hier umher hat das Haus mei⸗ nes Herrn, ehe er es bewohnte, ſo getauft. Danach iſt es ſo geblieben.“
„Aber fur ein Neſt, denke ich, iſt es ziemlich leer,“ fuhr die hoͤhnende Stimme fort.„Die alte Dohle hat ihre Brut nicht gut beiſammen gehalten und iſt ſelbſt unſtaͤt gewordenz ſonſt, will mir ſcheinen, paßt das alte Neſt gut fur derlei Kreatur!“.
Bei dieſen Worten ließ ſich ein kurzes Dohlenge⸗ ſchrei hoͤren und der Fremde fuhr nach allen Seiten mit dem Kopfe herumz da es aber ſchon verſtummte und er in den Zuͤgen des Dieners keine Auskunft fand, buckte er muͤrriſch vor ſich nieder..*
„Herr, begehrt Ihr noch zu trinken 2“ rief hier der alte Veit, dem das Herz vor Unwillen ſchwoll uhd der es vielleicht ſehr ſtolz fand, daß der angerufſſ


