Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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ſteinen faßte den Rand der Scheide ein. An den gro⸗ ßen uͤber die Knie reichenden Reiterſtiefeln hatte Veit goldene Sporen bemerkt, und Gundula ſah an dem Ringfinger einen geſchnittenen Stein, ebenfalls reich in Gold gefaßt.

Als ihm Veit den Becher mit Wein brachte, den er begehrt, zog er die Hände vom Kopfe und zeigte ſein ſtarkes gefurchtes Geſicht, was nach Art der Jaͤger von Luft, Sonne und ſtarken Getraͤnken, welche zur Jagd⸗ luſt in dunkler Farbe gluͤhte. Seine Stirn war breit, aber niedrig gebaut, die Naſe kurz und mit dicken beweglichen Nuͤſtern. Er hatte volle aufgeworfene Lippen, die ſich trotzig in den Winkeln

ſenkten, ein Zeichen hochmuͤthiger Geſinnung. Die

Augen lagen tief in beiden Augenliedern und hatten die undeutliche Farbe, die den Stern des Auges mit dem Augapfel verſchwimmen macht. Hier war der ſonſt weiße Grund faſt immer roͤthlich unterlaufen, der Blick hatte ein ſtolzes Ueberhinfahrenz faßte er aber, ſo fuͤhlte

man ihn wie einen Stich und fragte ſich, wo man ver⸗

letzt worden. Sein Haar war ohne Peruͤcke oder Pu⸗

der, wie die Herren es wol bei der Jagd trugen, rund um den Kopf gleich lang geſchnitten; es ergraute be⸗ reits ſtark und uͤberhaupt mußte man ihn fuͤr einen Mann halten, der uͤber ſechszig Jahre zaͤhlte.