Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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nieder und kuͤßte die leuchtende Stirn; als ſie aber zu Lacy umblickte und ihm die Hand reichte, rief dieſer: Ich glaube mich endlich zur Klarheit durchgerungen zu haben, warum dies Kind mich mit Erinnerungen peinigt und ſolche Gewalt uber mich ausuͤbt. Die jetzige Ruhe ſeiner Anblicks zeigt mir die große und auffallende Aehnlichkeit des Kindes mit einem Bilde, welches in dem Schlafgemache meines Oheims hing. Es ward von ihm wie ein Heiligthum gehegt und erweckte in mir als Knaben eine ſo leidenſchaftliche Bewunderung, daß ich ſagen kann, es war meine erſte Liebe. Das Bild ſtellte die Prinzeſſin von D. vor, von der es hieß, mein Oheim habe ſie geliebt und ſogar Hoffnung zu ihrem Beſitz gehabt.

Sie muß ſehr ſchoͤn geweſen ſſein, erwiderte die Fuͤrſtinund Sie werden mich auf Hedwiga eifer⸗ ſuͤchtig machenz darum kommen Sie zu dem Knaben, wir muͤſſen beide Kinder in ihrer Ruhe belauſchenz ſie verraͤth ſo viel von der augenblicklichen Geſinnung und ich muß wiſſen, ob es Ihnen ſo recht iſt ob Ihnen meine Einrichtung gefaͤllt.

Der Knabe lag grade ausgeſtreckt auf dem Ruͤcken. Sein kleines, von Guntram verfertigtes Rapier, das ihn begleitet hatte und das er gewohnt war mit zu Bett

8 zu nehmen, lag auch jetzt, die Spitze zwiſchen den 26*