gen und es hatte unendlich lieblich ſeinen kleinen roſen
rothen Fuß in die Hand genommen, wodurch es ſo leicht und gehoben ruhte, als habe es tanzend der Schlaf uͤber⸗ raſcht. Das wunderſchoͤne Köpfchen lag mit geoffneten Lippen hintenuͤber, ſo daß man unter dem Kinn die rei⸗ zenden Linien des feinen Halſes ſah. Die Augen hat⸗ ten den verklaͤrten Ausdruck, als ſaͤhen ſie unter den ge⸗ ſchloſſenen Augenliedern nach oben, und jeden Augen⸗ blick ſchien es, als muͤſſe ſich die leichte Decke oͤffnen.
Die Roſen der Prinzeſſin waren ſo dicht in die vollen
Locken geneſtelt, daß die alte Kammerfrau ſie auf Bit⸗ ten des Kindes darin gelaſſen hatte; ſie draͤngten ſich um die Schlaͤfe vor, als wären ſie neugierig, ein Kind zu ſehn, das ſo ſchoͤn als ſie ſelber war. Die, welche das Mieder geziert, hatte das Kind feſt mit dem andern wei⸗ ßen Haͤndchen gepackt und druckte ſie an die Bruſt. Die ſelige Ruhe des Schlafes war uͤber dies bezaubernde Bild gegoſſen, und doch ſchien es, als ſei es davon mit⸗ ten im Tanzen uͤberraſcht, mitten im Aufjauchzen hold⸗ ſeliger Freude.
Stumm und geruͤhrt blickten Alle auf ſie hin und Lacy namentlich ſchien, voͤllig in ihren Anblick verlo⸗ ren, nichts um ſich her weiter zu beachten.„Gott ſegne Dich, mein liebes Kind,“ ſagte endlich die Fuͤrſtin mit ſanfter, thräͤnenbewegter Stimme. Sie bog ſich
V 8


