Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

400

Herrn, ſagte dieſe jetztSie ſollen ſehen, wo meine kleinen Zoͤglinge ihren erſten Schlaf unter dem neuen Dache halten. Gertraud meldet mir, daß ſie jetzt Beide in tiefem Schlummer liegen.

Die Herrn folgten der Fuͤrſtin uͤber die Terraſſe, um von Außen die Zimmer der Kinder zu erreichen, die nach Innen nur durch die Schlafzimmer der Fuͤrſtin und der alten Kammerfrau einen Eingang hatten.

Es war die ſchoͤnſte Sommernacht. Der Mond war eben aufgegangenz die Baumpartieen des Gartens traten aus der dunklen Maſſe hervor und waren mit dem ſanften Glanz ubergoſſen, der ihnen zwar die Farben⸗ pracht raubt, aber ihre Formen an Rundung und Fuͤlle zu verſchoͤnern ſcheint. Sie wendeten ſich rechts nach der Abendſeite des Schloſſes, wo die Blumengaͤrten la⸗ gen, die nur durch einen Kiesweg und ein kleines Baſ⸗ ſin von den Zimmern getrennt waren, die hier hinaus

ihre Fenſterthuͤren oͤffneten. Der Baumwuchs, der den uͤbrigen Garten ſehr ſchattig machte, trat hier zuruͤck und ſchutzte nur in gemeſſener Entfernung die kleineren Straͤuche und die Blumenparterre's gegen den Wind. Dieſe Zimmer hatten die ſchoͤnſte Luft und wurden fur die geſundeſten des Hauſes gehalten. Die beiden Kabi nette, in denen die armen Kinder ihre Schlafſtaͤtten ge⸗ funden, lagen neben einander; durch eine Thuͤr im In⸗