398 pfen, wenn ſie ohne unſer Zuthun uns erreicht. Aber,“ ſetzte er laͤchelnd und faſt beſchaͤmt hinzu,„ich rathe immer, ihr aus dem Wege zu gehn, oder doch zu fre⸗ gen, ob unſere Verhaͤltniſſe ein gefaͤhrliches Wagniß geſtatten. Zu dieſen Faͤllen wuͤrde ich rechnen, wenn ein verheiratheter oder verlobter Mann ſich berufen fuͤh⸗ len ſollte, eine ſchoͤne Suͤnderin durch die an ſie ver⸗ wendete Freundſchaft von ihren Verirrungen zuruͤck zu fuͤhren; beſonders wenn beſagter Gegenſtand gerade im Fache der Liebe von auffallenden Erfolgen war und von nicht ſtrenger Gewiſſenhaftigkeit.“
Lacy mußte laut auflachen, denn es war ein Anflug von Humor in der Entgegnung des alten Herrn, der mit der ſchlauen Warnung auf komiſche Weiſe zuſam⸗ mentraf. Selbſt die Fuͤrſtin lachte ein wenig, und da der alte Bernhard ſo eben die Abendtafel anmeldete, reichte ſie dem geiſtlichen Herrn die Hand und bald ſaßen ſie ſich an der kleinen Tafel in beſter Stimmung gegenuͤber..
Ehe der Graf den Palaſt Morani verließ, brachte er noch ſeine Wuͤnſche uͤber eine ſchnelle Vermaͤhlung und ihre Abreiſe nach Tein vor, die er namentlich fuͤr die Geſundheit der Fuͤrſtin ſo noͤthig hielt. Er traf aber hier auf den entſchiedenſten Widerſtand.„Meine Geſundheit,“ ſetzte die Fuͤrſtin hinzu—„wird ſich


