396
— und als Ihr Euch endlich hier bei mir wiederſahet, da knuͤpfte ich, mit der reinſten Reſignation fuͤr mich, die Hoffnung fuͤr Euer Beider Gluͤck an dieſes Wie⸗ derſehn.“
„Nun dieſe Probe haͤtte ich alſo, ahnungslos daß ich ihr unterworfen war, beſtanden?“ rief Lacy lachend.
„Das kann ich kaum ſagen,“ entgegnete die Fuͤr⸗ ſtin, ebenfalls laͤchelnd—„denn Sie wiſſen am Beſten, wie bald der geſellige Verkehr dieſes Hauſes durch die wachſende Krankheit meines Vaters unterbrochen wer⸗ den mußte und ſo ward Ihnen die holde Verſucherin auch entzogen.— Sie hatten nun Zeit, fern von jeder Vergleichung mit Schoͤneren und Beſſeren, die arme bleiche Claudia zu bemerken, die feſt beſchloſſen hatte, ſo wenig wie moͤglich Ihre Aufmerkſamkeit zu feſſeln.“
„Ach, Claudia,“ ſagte der Graf—„ohne daß Sie es wollen, geben Sie da unſerm Gluͤck die ſchonſte Beſtaͤtigung. Der Himmel ſelbſt ſchirmte uns und ließ mich einer Verfuͤhrung aus dem Wege gehn, die mir vielleicht eine glaͤnzendere, aber immer ſehr zwei⸗ felhafte Zukunft gegeben; denn ich bin offen genug, zu geſtehen, daß ein Mann mit freiem Herzen und der Gelegenheit, die Prinzeſſin oͤfter zu ſehn, in große Ge⸗ fahr kommen kann. Außerdem iſt grade etwas von dem Sinn in mir, den Sie fuͤr noöthig haltenz ich
⸗


