Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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liebt zu ſein. Ach! rief ſieeine Frau muß zu

ihrem eigenen Vergnuͤgen um der Liebe willen muß

ſie lieben lernen ſonſt muß ſie verzweifeln!

Sie ſtand bei dieſen Worten auf, um zur Kaiſerin zuruck zu fahren, winkte Allen mit der Hand, ihr nicht zu folgen, und ſchwebte mit einem ſo erhabenen Anſtand an ihnen voruͤber, daß ihr Alle ſtumm und mit den Augen an ſie gefeſſelt nachſahen, bis ſie in dem Hinter⸗ grunde des Saales verſchwand.

Als der Wagenſchlag zugedruͤckt war, riß ſie die Blenden vor den Fenſtern nieder und verhuͤllte dann mit beiden Haͤnden ihr Geſicht, indem ſie in ein hef⸗ tiges bitteres Weinen ausbrach.Ach! ach! rief ſie dazwiſchen,wie elend bin ich wie elend! Schoͤn bin ich begabt bin ich, wie es Wenige ſind vor⸗ nehm bin ich und dennoch wie elend! wie elend! Ach, dieſer verwegene Feind in mir, der es wagt, mir mein eigenes Bild ſo klar vor Augen zu ſtellen! Wie ich mich haſſe, daß ich zu der elenden Intrigue bereit bin, ihn ihr zu rauben und wie ich doch ihn ſie mich haſſe, daß es erſt noͤthig iſt, ihn mir zu errin⸗ gen, daß er nicht ſchon mein iſt! O, warum giebt es keinen Mann, der den Trieb fuͤhlt, der uns arme Wei⸗ ber zu Heiligen macht gegen ſie der uns zu den Ver⸗ derbten hintreibt, daß wir ſie heilen von chren Suͤnden