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Hedwiga verſtand nur, daß ſie gehen ſollte und ſo lief ſie zur Fürſtin, die ſie an ſich zog und ſie liebkoſte.
„Alſo ſo ſchwer iſt Ihre Liebe zu gewinnen— ſo unberechenbar— ſo unabhaͤngig von natuͤrlichem An⸗ ſpruch?“ hob Lach an, der ihr wenigſtens den Tribut zahlen mußte, durch ihr launenhaftes Treiben beſchaͤftigt zu werden.
„Ja!“ ſagte Claudia und nieß ewihn aus ihren Armen—„ſo hat ſie es Zeitlebens mit der Liebe getrieben. Ich will ſie anklagen, damit Sie mir hel⸗ fen, ſie zu bekehren! Alle Herzen hat ſie geruͤhrt— aber von keinem iſt ſie wieder geruͤhrt worden, und hat ſo Verzweiflung geſaͤt, ſtatt Gluͤck und Freude.“
Die Prinzeſſin warf ihr einen doͤſter gluͤhenden Blick zu. Die herausfordernde Sicherheit der argloſen Muhme reizte ihr boͤſes Blut.„Ha!“ rief ſie inner⸗ lich—„nicht einmal Furcht hat ſie, ihn zu mei⸗ ner Bekehrung aufzufordern, und ſpricht von den Wir⸗ kungen meiner Reize, wie von denen einer laͤngſt be⸗ grabenen Großmutter!“ Es trat eine Bitterkeit in ihr
Herz, daß ſie haͤtte weinen koͤnnen. Sie wollte nicht allein ſchaden, ſie wollte ſich erzuͤrnen— ob uͤber ſich, uͤber ihr Geſchick— ſie wußte es nicht. Aber faſt gegen ihren Willen floß ihr Mund im tragiſchen Tone uber:
„Klage mich nur an, daß mein ganzes Leben ein fort⸗


