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lich glaube, daß aus ſo Etwas Menſchen werden. Ich denke, ſie kommen um; ich weiß nicht, ob an Man⸗ deln, an Roſinen— oder Fußtritten. Ich fragte eine Herzogin: wo der allerliebſte Page ſei, der ihre Fuͤße waͤrmte und ihre Apfelſinen ſchaͤlte? Sie klingelte ihrer Kammerfrau, denn ſie konnte ſich nicht darauf beſinnen, wo er hingekommen. Dieſe kramte, wie nach alten Baͤndern und Spitzen, in ihrem Kopfe herum; dann ging ſie zum Haushofmeiſter und fragte nach dem ſchoͤnen Kinde, deſſen Locken die Herzogin vor noch nicht vier Wochen geringelt und ihn joli mignon und mon petit coeur genannt hatte.— Der arme Knabe war erkrankt— man hatte ihn nach dem Waiſenhauſe ge⸗ bracht, dort war er geſtorben.„Ach pfui!“ rief die Herzogin ihrer Kammerfrau zu—„wie kannſt Du mir ſo Widriges erzaͤhlen!“
„O Thereſe!“ rief Claudia—„wie haſt Du es mit Deinem weichen Herzen unter dieſen uͤbertuͤnchten
Barbaren ausgehalten?“
„Sehr gut!“ ſagte die Prinzeſſin—„das war fuͤr mich das allerbequemſte Mittel, eine gute Meinung von mir zu bekommen. Ich kam mir einige Male vortrefflich vor. Es iſt erſtaunlich leicht, mit geringer Tugend auf ſol⸗ chem Boden zu leben; ich war ihnen Allen ſehr verbun⸗ den— ſie ſchienen ſich um Meinetwillen zu bemuͤhn!“
Thomas Thyrnau 1. 3te Aufl.


