Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

383

nes Herzens Meinung entwiſcht, und findet Ihr mich unter den Andern, da bin ich gerade wie ſie, und habe noch mehr Uebermuth, noch mehr Hochmuth, denn ich ſchaͤme mich nicht vor meinem boͤſen Willen, wie Jene, die ſich leidlich zuruͤck halten, aber heimlich daſſelbe be⸗ treiben. Ihr aber, Vetter Lacy, koͤnntet die Tollheit begehn, wirklich ſo handeln zu wollen, wie Ihr denkt, und dann allerdings waͤrt Ihr ein Abtruͤnniger, ein Ketzer, den unſere gerechten Vorwuͤrfe treffen muͤßten, denn wir muͤſſen Alle zuſammen halten. Alles, wie es iſt, ſchlecht und gut eine Maſſe dann ſchlaͤgt das Scepter ſelbſt vergeblich dagegen und wir werden noch lange ein geſegnetes Bollwerk gegen jeden allzu raſchen Fortſchritt bleiben. Doch laſſen wir das Geſchwaͤtz! Wir ſind Alle Mohren, die Keiner weiß waſchen wird, ſelbſt wenn die ſogenannten Weltbegebenheiten zuweilen mit einer Striegel uͤber uns weg gehn. Ich will nicht mehr davon ſprechenz denn es iſt mir laͤſtig aber das ſage ich Dir, Claudia, Dein Hofſtaat iſt artig ver⸗ mehrt durch dieſe zauberhaften Kreaturen Egon und Hedwiga, und ich brenne vor Begierde, ſie erſt abge⸗ richtet zu ſehen, wie ſie Deine Schleppe tragen, Deine Hunde tanzen laſſen, Deine Diener necken und Ihren Lehrern ein Bein ſtellen.

Claudia lachte.Du haͤltſt mir einen artigen Spie⸗