Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

18

Fuͤrſten Morani, des Kammerherrn Seiner hochſeligen Majeſtaͤt des Kaiſers.

Die Fuͤrſtin Morani! rief die Kaiſerin mit ihrer lebhaften Weiſe die Haͤnde zuſammenſchlagend Geht geht Kaunitz wo habt Ihr Euren klu⸗ gen Kopf ſie iſt ja aͤlter als ich war mir ein Spielfraͤulein iſt nie ſchoͤn, kaum huͤbſch geweſen die entfuͤhrt uns den jungen Herrn nicht; denn Ver⸗ moͤgen hat ſie auch nicht, das wißt Ihr am beſten, denn Ihr laßt ihr die bewilligte Penſion auszahlen und weiſet die Rechnungen fuͤr die Baukoſten in dem alten Palaſt Morani auf meine Chatulle an, damit er ihr nicht uͤber dem Kopf zuſammen bricht alſo woraus ſoll denn da ein Liebesverhaͤltniß werden?

Euer Majeſtaͤt haben die Dame wol ganz aus den Augen verloren?

Sie bat nach dem Tode ihres Vaters um Erlaub⸗ niß, ſich vom Hofe zuruck ziehen zu duͤrfen. Ich ſah ſie ſeitdem nicht. Prinzeſſin Thereſe iſt durch ihre Mut⸗ ter mit ihr cousine germaine ſie beſucht ſie und

erzaͤhlt mir oft von ihr ſie ſcheint gern bei ihr zu

ſein aber, mein lieber Graf, die Zeit hat noch nie die Fehler eines unſchoͤnen Geſichts bei einer Frau ver⸗ beſſert, ſie wirkt ſogar zu unſerm Nachtheil da, wo die Natur den Vorzug der Schoͤnheit verliehen hat.