Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Binder in ſein Haus, wo er ihn ſo vortheilhaft kennen lernte, daß er ihn mir empfahl. Auch ich theilte bald die Vorliebe des Barons, und da er die lebhafteſte Nei⸗ gung empfand, zu reiſen, ſchlug ich ihm vor, mich nach Paris zu begleiten. Er willigte ein, und ein naͤheres perſoͤnliches Verhaͤltniß entſtand nun, welches mich be⸗ ſtimmte, ihn mit mir nach Aachen zu nehmen. Um ihn mir hier nuͤtzlicher zu machen, nahm er auf meinen Wunſch eine Art Titel an, und hier erſt, bei ſeiner entſchiedenen Weigerung Gehalt zu nehmen, erfuhr ich, daß er keine bindende Verpflichtungen eingehen duͤrfe, vermoͤge teſtamentariſcher Verfuͤgungen ſeines Oheims, deſſen unmittelbarer Erbe er war, da ſein Vater und der einzige Sohn ſeines Oheims fruͤher ſtarben. Seit unſerer Ruͤckkehr hat er mir mehr geſtanden und meine Nachrichten uͤber ihn lauten ſonderbar genug. Er hat ſich einer Dame gewidmet, von der man kaum glauben ſollte, daß ſie den ſchoͤnſten Kavalier, den jugendlichen Mann von acht und zwanzig Jahren, zu feſſeln ver⸗ moͤchte. Alſo eine Liebesgeſchichte, ſagte die Kaiſerin kalt.

Das alte Hinderniß aller jungen Leute!

Ob man es ſo nennen darf, möchte ich doch kaum wagen zu behaupten. Euer Majeſtaͤt mogen ſelbſt ur⸗ theilen: Es iſt die einzige nachgelaſſene Tochter des alten

Thomas Thyrnau. 1. 3te Aufl. 2