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bei gleichen Intereſſen von der Anſicht abfallen zu ſehn, die ſie als gerechtfertigt durch alle ihre Anſpruche gel⸗ tend machen wollen. Auch, glaube ich, weiß er ſeine Gefinnungen zu vertreten.“
„Sonderbar, Graf Kaunitz,“ ſagte die Kaiſerin, und eine dem Grafen ſehr verſtaͤndliche Roͤthe, die jede kleine Wallung der ſanguiniſchen Frau verrieth, trat auf ihrer hohen Stirn hervor—„ſonderbar, daß Ihr Euch jetzt erſt erinnert, wie es zu unſern Wuͤn⸗ ſchen gehoͤrte, bei einer ſo ſchwierigen Aufgabe und nach dem erfahrenen Widerſpruch, uns unter den dortigen Großen einen Beiſtand aufzufinben. Ihr theiltet, denke ich, unſere Freude uͤber die Hoffnung, welche uns ein ehrwuͤrdiger böhmiſcher Praͤlat machte, ſpäter vielleicht mit gutem Beiſpiel voran zu gehen, und ſahet Euch mit uns nach dem Edelmanne um, der uns gleiche Un⸗ terſtuͤtzung boͤte— und doch hattet Ihr bereits verwirk⸗ licht erfahren, woran Eure Kaiſerin indeſſen als an eine Schwierigkeit zu denken genoͤthigt war.“
„Eins nach dem Andern, Euer Majeſtat,“ ent⸗ gegnete Kaunitz unerſchuͤttert.„Die Proben, denen ich den jungen Mann unterwarf, um den Grad ſeiner Zuverlaͤßigkeit zu erfahren und aus ihnen zu entneh⸗ men, ob dieſe Anſichten ſich wuͤrdig zeigten, die Auf⸗
merkſamkeit Eurer Majeſtät zu wecken, mußte ich


