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nothwendig eine Neuerung ſein mußte, wie denn auch
ſelbſt die Verſchiedenheit der Sprachen eine leichte Ver⸗ ſtaͤndigung aufhielt. Dennoch gab die große Kaiſerin den Plan nicht auf, dieſe Schwierigkeiten zu beſiegen und ihr ganzes Reich unter dem Segen einer gleich⸗ maͤßigen, weiſen und jedes Individuum wahrhaft ſchuͤtzenden Geſetzgebung zu vereinigen.
Sie verfuhr dabei wie eine gute Mutter mit ver⸗ woͤhnten Kindern. Sie beſtrebte ſich, ihr wahres Be⸗ duͤrfniß in allen Beziehungen kennen zu lernen und die Berichte, die ſie von Seiten der verſchiedenſten Perſo⸗ nen zu veranlaſſen wußte, pruͤfend mit einander zu ver⸗ gleichen, um ſelbſt in der Seele der bewußtlos mit Uebeln Kaͤmpfenden fuͤr die Huͤlfe zu entſcheiden, die ſie fur ſie als gut erkennen mußte. Sobald ſie aber bis zu dieſem Punkte der Entſcheidung gelangt war, handelte ſie auch mit der ſtolzen Wahrhaftigkeit und
Entſchiedenheit ihres Karakters; ſie ſprach aus, was ſie
geben und nehmen wollte, forderte Gehorſam, und er⸗
zwang ihn, wo er unverſtaͤndig verweigert wurde. Das Aktenſtuck, welches in dieſem Augenblicke die
Aufmerkſamkeit der Kaiſerin feſſelte, enthielt die An⸗
ſicht eines jungen Adligen über Boͤhmen, ein Land,
welches vorzugsweiſe das Nachdenken der Kaiſerin in Anſpruch nahm, da es bedeutend im Kriege gelitten und


