Außer ſich, druͤckte ſie die alte, ſteife, ernſt und ſtolz blickende Geſtalt in ihre jugendlichen Arme. Dann riß ſie ſich empor; ihr Geſicht gluͤhte; die feurigen, blauen Augen ſtrahlten durch heilige Thränen. Sie hob den Arm— die Hand zu den Verſammelten in die Hoͤhe, und rief mit klingender, freudiger Stimme:„Jetzt bin ich Gräfin Crecy-Chabanne;— doch Louiſens Söhne cheilen mit mir das Erbe!“
In demſelben Augenblicke eilte die Graͤfin Fran⸗ ziska auf Elmerice zu und druͤckte ſie mit lebhafter Zärtlichkeit an ihre Bruſt.„Elmerice, mein geliebtes Kind, wuͤrdige Tochter Reginald's! Laß' mich Dir zu Nichts Gluͤck wuͤnſchen, als zu Deinem edeln Herzen!“
„Ich will Dich ſegnen, Fennimor's Enkelin! Re⸗
ginald's Tochter!“ ſprach Emmy Gray mit ihrer
ernſten Feierlichkeit, und Franziska d'Aubaine fuͤhrte zu dem Bette zuruͤck, und dieſe kniete n Händen der Alten demuͤthig nieder.„Jetzt, ſprach ſie, nach ihrem feierlichen Segen— „iſt mein Tagewerk beſchloſſen. Dieſe Augen haben die Gerechtigkeit des Herrn geſehen!— Rufe jetzt Dei⸗ nen muͤden Knecht und laß' ihn eingehen in Deine Herrlichkeit! Amen.— Jetzt zeige mir den Juͤngling, der Reginald bei ſeinem Koͤnige vertrat, ich will ihm den Segen einer Sterbenden geben!“


