11
tung Staͤrke und Dauer, und die Menſchen blieben ein tief von ihm verachtetes Werkzeug, mit dem er ſich herabließ, nach Laune und Willkuͤr zu ſpielen. Wir werden begreifen, daß der Marquis de Souvré aus dem Leben gemacht hatte, was er als ſeinen In⸗ halt annahm, und daß ſeine ganze Erfahrung eine fort⸗ geſetzte Beſtatigung dieſer Annahme ſchien.— Nur einen Punkt in ſeinem Leben gab es, an den er nie ohne ein unfreiwilliges Erſchrecken denken konnte;— es war die Erſcheinung Fennimors!— Wie ſehr er ſich auch bemuͤht hatte, ihre wunderbare Ueberlegenheit zu verlaugnen, ſie gering zu ſchätzen, ſie zu beſpotteln und zu verachten, es zeigte ſich Alles unzureichend, wenn in unbewachten Stunden der Augenblick vor ihm auftauchte, wo ſie vor ihm ſtand, wie ein leuchtender Engel mit dem feurigen Schwerte der Grrechtigkeit, und mit ihrem erhabenen Mitleiden und religioͤſen Grauen ihm ein Bild ſeines eigenen Zuſtandes vor⸗ hielt, in dem er ſich, uͤberwältigt von der furchtbaren Gewalt der Wahrheit, erkannt hatte, und vor dem ihn eine ſtets geläugnete Ueberzeugung ſeiner Verworfenheit ergriffen hatte. Er erlebte, ohne es hindern zu kön⸗ nen, die Strafe, ſich an jedes Wort, jeden Zug ihres Geſichtes, jede Bewegung erinnern zu können. Er mußte der Erſcheinung in ſeinem Inneren, wie gefeſſelt


