Entſcheidung. Herr St. Albans, der bejahrte Kaſtel⸗ lan von Ste. Roche, entfuͤhrte halb mit Gewalt das holde Kind den Armen der verzweifelnden Emmy Gray und lieferte daſſelbe in die Fenelon's.
Leonin ließ Emmy die Wahl, zuruͤckzukehren oder zu bleiben. Doch wild wies ſie den erſten Vorſchlag von ſich. Sie hatte Nichts geliebt, als Fennimor;— mit Widerwillen dachte ſie an John Gray, ja, ſelbſt an ihre kleine Tochter. Sie ſagte oft:„Ich kann Nichts mehr lieben! Was ſollen ſie mit mir!“ Sie blieb im Schloſſe und bewachte die Zimmer, in denen ihr Lieb⸗ ling einſt gelebt und huͤtete ſie, und blieb der ganzen uͤbrigen Welt unzugaͤnglich und bitter grollend. Dagegen bluͤhete das herrliche Kind unter Fene⸗
lon's weiſer Hand trefflich empor. Er ſtuͤrzte ſich auf
den Unterricht, den er erhielt, mit der Begierde eines Pungrigen; und ſein Lehrer fuͤhlte bald eine ſo warme, innige Zaͤrtlichkeit fuͤr ihn, daß er ihn in Allem. zu unterrichten anfing.—
Nachdem Leonin den Rauſch des Herzens gemacht, theilte ihm Fenelon mit, daß Viktorine, die ihre Andacht in St. Sulpice hielt, ihn gebeten habe, ihren Sohn den Koſtgängern des Floſters zuzugeſellen. Er habe die Entſcheidung hinzuhalten geſucht bis zu ſeiner Ruͤckkehr und frage jetzt um ſeine Meinung.
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