Teil eines Werkes 
2. Theil (1843)
Entstehung
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ter ſei! Er unterſtutzte dieſe Forderungen durch Gruͤnde, die genugſam bewieſen, daß ſelbſt dem aufgeklaͤrteſten Katholiken immer die Stunde ſchlaͤgt, wo er in dem Duͤnkel ſeiner ihm allein berechtigt erſcheinenden Kirche die Grenze findet fur chriſtliche Geſinnung; daß vornäm⸗ lich der Prieſter ſtets darauf zuruͤckkommt, jede andere Form des Bekenntniſſes, als die ſeine, fur unzuläßlich, ohne bindende Kraft anzuſehen, und daß die Entſchei⸗ dung uͤber Rechte wie klar ſie auch chriſtlich und ſitt⸗ lich der andern Kirche zugehören moͤgen doch immer die Stuͤtze der ausſchließenden Berechtigung entbehren wird, die eben, als untruͤglich angenommen, keiner Frage des Gewiſſens mehr unterworfen wird, und mit der angewoͤhnten Ueberzeugung zugleich die kaum ein⸗ geſtandene Furcht vor den Zwangsmitteln dieſer Kirche⸗ verbindet, mit welcher die kleinſte Abweichung von ihrer konſequenten Despotie ſogleich unrettbar entzweit.

Fenelon deutete wirklich an, daß er Leonin's erſte Verbindung nicht fur guͤltig halten könne; daruͤber aber dennoch Viktorinen, als ihr Beichtiger, die Ent⸗ ſcheidung erſpart wiſſen wolle. Er forderte Leonin auf, dies Kind vortheilhaft zu dotiren; doch durch keine wei⸗ teren Zugeſtändniſſe ſein Gemuͤth in falſche Richtung zu bringen und Leonin gab nach!

Der Vikar bekam Fenelon's Brief und Leonin's