des hervorzutreten vermoͤgen. Es war wieder Fen⸗ nimor's unausſprechlich ſchwebende Anmuth, ihr wun⸗ derbarer Pathos zugleich!
„Faßt Euch,“ ſprach Fenelon mild—„und um⸗ armt dies Kind Eurer ſeligen Freundin.— Reginald,“ fuhr er fort, ſich zu ihm wendend,„dieſer Herr iſt Dein Vormund, den Du ſo liebſt, weil er Dich hier erziehen laͤßt.“
„Das dachte ich!“ rief Reginald— und im Augenblicke ſprang er Leonin um den Hals. Jetzt hatte er ihn im Arme! An ſeine Bruſt gedruͤckt, durfte er ihn kuͤſſen, ihm die ſuͤßeſten Namen geben— uͤber ihm die erſten Thränen der lang' vertrockneten Augen weinen!—
Wir erzählen indeß, wie er hierher kam.— Als Reginald ſein viertes Jahr zuruͤckgelegt, erklärte der Vikar Emmy Gray's Dienſt bei ihm erledigt. Er predigte tauben Ohren. Sie wollte das Kind nicht herausgeben, und faßte den finſterſten Haß gegen den Vikar und ſeine Schweſter, die ſie zu dieſem Schritt in Guͤte bereden wollten. Reginald hatte ſich körper⸗ lich und geiſtig kraͤftig entwickelt; aber Emmy hielt ihn wie einen Vogel im Käfig, und da ſie ſelbſt weder ſchreiben, noch leſen konnte, ſo waren auch dieſe erſten Grundlagen dem Kinde nicht von ihr beizubrin⸗


