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Einwendung die Beſtätigung zu einer Oberſtenſtelle, die ihn jedoch nicht von der Perſon ſeines Generals trennte.
Die Koͤnigin empfing ihn dagegen ohne alle Zei⸗ chen der Empfindlichkeit. Viktorine nahm ihren Platz unbeſtritten bei ihr ein, und niemals hätte ſie den Gatten derſelben zu kränken vermocht.
Dazwiſchen ſehen wir Leonin, ſobald er Muße finden kann, den Weg nach St. Sulpice einſchlagen. Mit unbeſchreiblicher Bewegung erreicht er das Git⸗ terthor; aber als es ihn einlaͤßt, verfolgt er nicht den Weg nach dem Stiftshauſe, ſondern wendet ſich links und hat ſich bald in die Kloſtergänge verloren, in de⸗ nen ihm ein voranſchreitender Laienbruder die Zelle Fenelon's öffnet.
Tief athmend bleibt Leonin auf der Schwelle ſtehen. Es iſt gegen Abend— die Sonne ſcheint mild durch Rebengelaͤnder in das geoͤffnete Fenſter. Auf einem hölzernen Stuhle ſitzt Fenelon vor einem einfachen Tiſche, mit Buͤchern und Schreibgeräth bedeckt. Auf einem Baͤnkchen neben ihm ſteht ein Knabe von ſie⸗ ben Jahren und lieſt nach Fenelon's Anweiſung in einem lateiniſchen Breviere. Der Knabe wendet ihm den Ruͤcken zu; aber er darf nur den reichen Heiligen⸗ ſchein goldbeſaͤumter, brauner Locken ſehen, um zu wiſ⸗
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